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Förderung der Bildung in Deutschland

am 15. Februar 2013 von Bettina Huber

Eine neue Bundesbildungsministerin hat gerade auf ihrem Stuhl Platz genommen und wird nach neuen Impulsen und Schwerpunkten für die deutsche Bildungspolitik suchen müssen. Diese soll nicht nur universitäre Aspekte berücksichtigen, sondern auch die Bildung von Migranten, älteren Arbeitnehmern oder Kindern in unserem Land wichtig nehmen. An der Bildung hängt auch die Möglichkeit zur beruflichen Ausbildung und Karriere. Lebenslanges Lernen wird zukünftig notwendig sein, um im Arbeitsleben bestehen zu können.

Die Wichtigkeit von Bildungsförderung

Zahlreiche Bildungsinstitutionen vom Kindergarten bis zur Universität kümmern sich um verbesserte Bildungsmöglichkeiten. Besondere Rücksichten müssen dabei auf sozial schwache Familien, behinderte Menschen oder Migranten genommen werden, die oft nicht von einer gedachten Teilhabe an den bestehenden Bildungsmöglichkeiten profitieren können. Bildungsförderung ist aber auch ein Schwerpunkt der deutschen Entwicklungspolitik. Indem man für einen möglichst hohen Bildungsstandard auch im Ausland sorgt, kann man den Menschen dort Wissensinhalte vermitteln, die sie zum Nutzen des eigenen Landes einsetzen und weiter entwickeln können. So verhindert man nicht nur eine zunehmende Abwanderung, sondern sorgt auch für einen besseren Ausbildungs- und Lebensstandard in anderen Ländern. In diesem Sinne sind auch deutsche Studien-Austauschprogramme und Stipendien zu verstehen, die ausländischen Studenten einige Studiensemester bei uns ermöglichen. Über ungenutzte Bildungspotentiale und eine beständige Weiterbildung während des ganzen Lebens wird immer wieder diskutiert. Heute genügt es oft nicht mehr, sich durch eine Berufsausbildung für einen Berufsweg zu qualifizieren. Lebenslange Fort- und Weiterbildung ist auch angesichts immer schneller eingeführter technologischer Innovationen und der Erweiterung traditioneller Berufsbilder notwendig.

Bildungschancen und Bildungsinitiativen

Nicht jeder hat hierzulande die gleichen Bildungschancen. Daher befassen sich die zuständigen Bundesministerien und nationale oder regionale Bildungsträger und Initiativen damit, die Lage zu verbessern. Das Bildungsniveau in der Bundesrepublik könnte sehr viel höher sein. Im Vergleich mit dem Bildungsstandard anderer Länder ist es bereits sehr hoch. Aus unserer Sicht schwankt aber das Bildungsniveau je nach sozialer Schicht oder Bundesland, in dem man lebt. Deutsche Arbeitgeber klagen vielfach, trotz freier Stellen keinen ausreichend vorgebildeten Nachwuchs zu finden. Angesichts hoher Jugendarbeitslosigkeit muss deutlich mehr getan werden. Viele Förderaktivitäten stützen sich deshalb speziell auf die Förderung der jungen und der älteren Generation, die aufgrund von Bildungsdefiziten benachteiligt erscheinen. Durch gezielte Bildungsangebote und Förderungsmöglichkeiten versucht man, auch die zunehmende Abwanderung Jugendlicher ohne berufliche Perspektive aus den neuen in die alten Bundesländer zu verhindern. In strukturschwachen Regionen wie Schleswig-Holstein sind ebenfalls besondere Bildungsmaßnahmen sinnvoll. Wenn alle Arbeitnehmer ohne ausreichendes Bildungspotential langfristig arbeitslos werden, ist niemandem geholfen. Einige Bildungsinitiativen widmen sich spezifisch den ausländischen Arbeitnehmern, die hoch qualifiziert und gut ausgebildet zu uns kommen, deren Bildungsabschlüsse hier aber nicht als gleichwertig anerkannt werden. Ihr Bildungspotential soll zukünftig stärker genutzt werden. Es ist kaum hinnehmbar, dass ein Ingenieur oder Mediziner sein restliches Leben durch Taxi fahren finanzieren muss.

Bildungsförderung auf vielen Ebenen

Der Europäische Sozialfonds für Deutschland (ESF), die Goethe-Institute, politische Bildungsträger, gemeinnützige Stiftungen, Förderkreise, Volkshochschulen oder der Bund betreiben auf verschiedenen Ebenen Bildungsförderung. Nationale und internationale Bildungsprogramme werden aufgelegt. Mit aufgestocktem Bafög, Stipendien der deutschen Forschungsgemeinschaft, mit Meister-Bafög, Bildungsprämien, Aufstiegs-Stipendien, dem Deutschland-Stipendium, Qualifizierungsinitiativen, einer Begabtenförderung oder der systematischen Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses versucht man, die Bildungsmisere in den Griff zu bekommen. Auch in den Kommunen oder Landkreisen ist das Thema Bildung ein wichtiges. Mit dem Aufbau von trägerübergreifenden und nicht auf bestimmte Bildungsbereiche festgelegten Regional-Netzwerken koordiniert man Bildungsinitiativen oder ist bestrebt, unterschiedliche Bildungsstandards anzugleichen. Bildungskredite oder KfW-Studienkredite für Schüler oder Studenten können in bestimmten Ausbildungsphasen unterstützend wirken. Auch die EU hat sich Bildungsinitiativen auf die Fahnen geschrieben. Mit mehr als 1,2 Millionen Euro werden 2013 Programme für lebenslanges Lernen europäischer Bildungs-Initiativen gefördert.

Fazit

Die zunehmende Globalisierung erfordert vermehrte Anstrengungen, damit Wettbewerbsvorteile entstehen können. Vertiefte Sprachkenntnisse, internationale Kooperationen oder technologische Kenntnisse werden zukünftig immer wichtiger.